Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit dem Beschluss des Bundestages, die Güterzuggleise zwischen Riegel und Offenburg an der Autobahn zu bauen, haben wir ein bahnbrechendes Ziel erreicht. Damit wird gewährleistet, dass keine zwei Überwerfungsbauwerke, nördlich und südlich von Kenzingen, gebaut werden. In ferner Zukunft werden wir somit vom Güterzuglärm und von Gefahrgutzügen verschont. Auch dass endlich Lärmschutzwände in Herbolzheim gebaut in Kenzingen geplant sind, ist ein großer Erfolg.

Aus anderen Streckenabschnitten der Deutsche Bahn AG, kurz: DB, wissen wir aber, dass es bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten noch ein zähes Ringen mit der DB sein wird. Denn immer wieder tauchen bei der DB Ideen auf, die uns benachteiligen würden.

Die derzeitigen aktuellen Pläne der DB beinhalten nachfolgende Vorhaben, mit denen wir uns nicht einverstanden erklären:

    Da die Güterzuggleise von Basel bis Riegel entlang der Autobahn 2032 fertig sein sollen, von Riegel bis Offenburg aber erst 2035, möchte die DB die neuen Gleise in Riegel mit provisorischen Gleisen nach Kenzingen an die jetzige Rheintalbahn verbinden und die dann evtl. erhöhten Güterzugmengen ohne ausreichenden Lärmschutz durch unsere Gemeinden leiten. Es besteht von Seiten der DB aber keine Garantie, dass dieses Provisorium jemals wieder abgebaut wird. Schlimmstenfalls verzichtet die DB auf den Bau der Autobahntrasse und benutzt das Provisorium und die jetzige Rheintalbahn zeitlich unbegrenzt. Deshalb muss dieses Provisorium verhindert werden.

Unser Vorschlag:
Die Planung der autobahnparallelen Gleise vorziehen und die Strecke früher in Betrieb nehmen.

    Zwischen Orschweier und Kenzingen plant die DB für den ICE eine Höchstgeschwindig-keit von 250 km/h fahren zu können. Da an solchen Strecken keine Bahnsteige liegen dürfen, wäre ein Ausbau auf vier Gleise zwingend. Bei solch hohen Geschwindigkeiten sind die Stromabnehmer an den Oberleitungen die Hauptlärmquellen, so dass Schutzwände in einer Höhe von 7 m, bei Dammlage sogar 9 m erforderlich wären.

Unser Vorschlag:
Die Höchstgeschwindigkeit auf 230 km/h begrenzen. Der Lärm wäre geringer und es würden Absperrgitter an den Bahnsteigen ausreichen. Der Bau von zwei weiteren Gleisen durch unsere Städte könnte entfallen. Der Zeitverlust betrüge etwa 30 Sekunden.

Dies sind nur zwei Beispiele, warum wir als Bürgerinitiative, trotz dem bereits erreichten, immer noch gefordert werden, die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu verteidigen. Es ist besser, jetzt die Belange der Region in die Planungen einzubringen, als nach zehn Jahren Planung erneut gegen Fehler der Bahnplaner kämpfen zu müssen.

Durch den Beschluss, einen Projektbeirat und jetzt ein Begleitgremium zu gründen, in dem die Bahn, die Gemeinden und die Bürgerinitiativen vertreten sind, ist eine gute Grundlage geschaffen, den Bahnausbau kritisch und konstruktiv zu begleiten.

Allerdings braucht es eine starke Bürgerinitiative mit vielem Mitgliedern und einem aktiven, verjüngten Vorstand, um unsere Interessen auch in den nächsten Jahren wahrzunehmen.
Wir bitten Sie deshalb, die Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn e.V. durch Ihre Mitgliedschaft und Ihr  Engagement zu unterstützen.

Für die Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn e.V.
die Vorstandsmitglieder                       

Bey Gerold
Binkert Georg
Hofstetter Stephan
Kammers Gerd
Künstle Albrecht
Walter Dr. Herbert