Im Rahmen der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Planfeststellungsabschnitt 8.0 haben wir unsere Vorschläge der DB Netz AG mitgeteilt.

Wir befürworten die Bündelung der ICE-Trasse mit der Güterzugtrasse an der Autobahn zwischen Riegel und Offenburg.

1.   Die ICE-Trasse an der Autobahn bietet folgende Vorteile:

     a)  Die Bündelung der überregionalen Verkehrswege entspricht dem Weißbuch der europäischen Verkehrspolitik
     b)  Störungsfreier ICE-Verkehr ohne Einschränkungen durch den ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr)
     c)  Keine Geschwindigkeitsbeschränkung für den ICE
     d)  Keine überhohen Lärmschutzwände entlang der ICE-Strecke an der Autobahn
     e)  Gemeinsame Planung und gemeinsamer Bau der Güterzug- und ICE-Trasse
      f)  Ca. 6 Jahre frühere Fertigstellung des Endausbaus der Trasse Karlsruhe – Basel
     g)  Höhere Betriebssicherheit im Störfall durch flexiblere Gleisnutzung (keine zusätzlichen Ausweichgleise erforderlich)
     h)  Umfangreiche Einsparungen von Brückenabrissarbeiten und Brückenneubauten entlang der Bestandsstrecke
          zwischen Kenzingen und Orschweier  
      i)    Kostengünstigste Variante (vgl. DB-Variantenvergleich 2008)
      j)    Höhere Planungs- und Rechtsicherheit für die DB

2.  Vorteile für die Bestandsstrecke

     a)  Entfall des Ausbaus der Altstrecke unter erschwerten Bedingungen, wie z.B. teilweiser Aufrechterhaltung des ÖPNV,

          schlechte Zufahrtmöglichkeit, Abriss von Gebäuden, Einschränkungen durch Lärmbelastung

     b)  Die Bestandsstrecke würde in Wesen und Funktion nicht verändert. Dadurch entfällt eine jahrelange Unterbrechung

          dieser für den Nahverkehr wichtigen Strecke. Somit kein Schienenersatzverkehr während der Bauphase erforderlich

     c)  Freie und alleinige Verfügbarkeit der Altstrecke für den ÖPNV

     d)  Dadurch unbegrenzte Ausweitung des ÖPNV.

     e)  Erheblich früherer barrierefreier Umbau der Bahnhöfe an der Rheintalbahn

      f)    Bestehende Lärmschutzwände an der Bestandsstrecke sind ausreichend und müssen nicht abgerissen und neu gebaut werden

3.  Provisorisches Gleis

Die gewählten Radien auf dem provisorischen Gleis sind zu kritisieren. Durch kleinere Kurvenradien könnte ein Großteil der provisorischen Trasse neben oder auf einer bestehenden Straße verlaufen, so dass weniger wertvolle Ackerflächen zerschnitten und verloren werden. Das Provisorium könnte dann immerhin noch mit 80km/h befahren werden, wie ohnehin für Güterzüge auf der Bestandsstrecke als Höchstgeschwindigkeit gilt.

4.  Verbindungsspange Süd

Die Verbindungsspange ist mit großzügigeren Radien zu gestalten, damit sie auch mit höheren Geschwindigkeiten als 80km/h für die ICE`s genutzt werden kann.

5. Flächenverbrauch

Ein wesentliches Argument der DB-Planer gegen die ICE-Trasse an der Autobahn ist der erhöhte Flächenverbrauch. Der 4-gleisige Ausbau der Altstrecke ist lediglich von Kenzingen-Hecklingen bis Orschweier geplant, wo hingegen die ICE-Strecke an der A 5 von Riegel bis Offenburg verlaufen würde. Auch im Rahmen der Klimaproblematik ist eine Verlagerung des Individual- und Güterverkehrs auf die Schiene wünschenswert und unverzichtbar; dadurch wird ein weiterer Ausbau des Schienennetzes stattfinden und es ist nur eine Frage der Zeit, wann der 4-gleisige Ausbau über Orschweier hinaus bis Offenburg erfolgt. Wir hätten dann den gleichen Flächenverbrauch wie bei der ICE-Trasse an der A 5 mit allen Belastungen des unerwünschten 4-gleisigen Ausbaus durch Städte und Ortschaften.

Dem Argument der Engstellen bei Herbolzheim und Orschweier ist entgegenzuhalten, dass die ICE-Gleise nur etwa 12m mehr Platz benötigen.

Unser Fazit:

Die aktuelle Planung ist keine nachhaltige Variante. Die ICE-Trasse an der Autobahn hingegen ist „aus einem Guss“ und offen für zukünftige Entwicklungen.