Zum Thema Lärm:

  1. Bei der Vorstellung des Lämgutachtens zum Gleisausbau durch Kenzingen und Herbolzheim wurden über wesentliche Faktoren, die das Ergebnis des Gutachtens beeinflussen, keine Angaben gemacht.

    Es wurde von 387 Züge pro Tag ausgegangen, weitere Ausbaupläne wurden nicht berücksichtigt, siehe unten.

    Es wurde nicht angegeben, bei welcher Windrichtung der bereits vorhandene Lärm gemessen wurde (und ob er überhaupt gemessen wurde).

    Es wurde lediglich berechnet, ob die Lärmbelästigungen den jetzigen rechtlichen Vorgaben entsprechen, aber es wurde nicht gesagt, ob diese Vorgaben im Jahre 2012 noch bestand haben.

    Der von den Überwerfungsbauwerken (Hauptstörquelle) ausgehende Lärm wurde bei den Berechnungen nicht berücksichtigt.
  2. In dem von der Bahn AG vorgestellten Lärmgutachten (und allen anderen Gutachten) zum Gleisausbau durch Kenzingen und Herbolzheim wird von täglich 387 Zügen pro Tag ausgegangen.

    In ihren eigenen Verlautbarungen und Werbeanzeigen spricht die Bahn AG aber bereits von 580 Zügen pro Tag (gemäß Werbeanzeigen in Mannheimer Tageszeitungen). In der Studie ”Plattform basiliensis” wird von 510 Züge pro Tag ausgegangen (plus zusätzliche Züge aus Frankreich).

    Entsprechend der Experten-Aussagen auf dem Eisenbahn-Weltkongress 2001 in Wien, hochgerechnet auf das Jahr 2020 wird aber die prognostizierte Trassenleistung voraussichtlich bei über 1000 Zügen pro Tag liegen. (nämlich bei einem 5-Minutentakt pro Gleis)
  3. Die Bahn AG behauptet, dass nach der Lärm-Berechnung entsprechend 16.BImSchV weite Flächen um Ihre Raumordnungstrasse lärmentsorgt sein werden und deshalb mit grüner Farbe auf den Karten markiert werden können.

    Dabei wurde schon 1994 im Raumordnungsbeschluss auf Seite 18 diese 16.BImSchV als völlig unzureichend bezeichnet und vom Regierungspräsidium die Werte der DIN 18005 für den geeigneteren Maßstab gefordert.

    Zudem wird schon lange vor Inbetriebnahme der Trasse im Jahre 2012 die EU-Richtlinie 2002/49/EG auch in Deutschland gesetzliche Geltung erlangen und dann nach ISO 1996 - 2 : 1987 gerechnet.

Die 16.BimSchV wurde erlassen um der Bahn AG den weiteren Betrieb bestehender alter Anlagen zu ermöglichen. Es ist zu befürchten, dass sich die Bahn AG auch nach Erlass neuer Verordnungen bei bereits in Betrieb befindlichen Anlagen auf diese alte Verordnung berufen wird.

Ist dies der Grund weshalb die Bahn AG jetzt schnell noch die Gleisanlagen durch Kenzingen und Herbolzheim bauen will?