29.05.2026

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn e. V. Herbolzheim – Kenzingen zum Spatenstich der Güterumfahrung Freiburg

Bürgerprotest Bahn e. V. Herbolzheim – Kenzingen begrüßt ausdrücklich den endlich erfolgten Spatenstich zum Bau der Güterumfahrung Freiburg. Nicht zuletzt das langjährige Engagement mehrerer Bürgerinitiativen brachte die Planung auf einen Stand, der auch für viele Anwohner akzeptabel ist.

Sehr kritisch sehen wir allerdings die Planungen für den sich nördlich anschließenden Abschnitt der Autobahnparallelen. Hier biete sich die Möglichkeit, mit einer geringen Geschwindigkeitserhöhung von 160 auf 200 km/h und einer geschmeidigeren Anbindung die Orte und Städte zwischen Offenburg und Riegel nicht nur vom ICE-Durchgangsverkehr zu befreien. Das ersparte auch den Abriss und Neubau der Rheintalbahn, Abriss und Neubau von 40-50 Brücken in diesem Bereich, 6 Jahre Vollsperrung (!) wären vom Tisch, im Gegenteil könnte der Nahverkehr sogar erweitert werden und auch 7m hohe Lärmschutzwände wären passé. Das obendrein sehr, sehr viel Geld gespart, CO2-Emissionen nicht erzeugt und die Infrastruktur samt Einwohnern nicht übermäßig strapaziert würden, liegt auf der Hand. Die Kehrseite wären 1-2min. längere Fahrzeit zw. Offenburg und Riegel.

10 Jahre nach dem Bundestagsbeschluss zur Rheintalbahn vermissen wir vielerorts den politischen Willen, sich mit Alternativvorschlägen der Bürgerinitiativen zu beschäftigen. Die DB InfraGO plant und baut inzwischen weiter, ist in der Zurückweisung jeglicher Änderungswünsche „professioneller“ geworden, weiß ganz gut, wie man mit bunten Hochglanzprospekten und Computer-Animationen nicht so direkt Betroffene für sich gewinnt.

Der Spatenstich heute erfolgte nur im kleinen geladenen Kreis. Sollte das ein Hinweis auf Protest oder gar eigene Bedenken sein? Die sollten Bahn und Politik jedenfalls haben, denn schon einmal hat dieses Volk eine Bahnplanung in die Tonne getreten.

Gerold Bey, Vorstand